Zahnfleischentzündung und Atemprobleme: Ihr Zahnarzt in Leer erklärt, wie die Prophylaxe hilft!
Prophylaxe schützt mehr als nur Ihre Zähne: Mögliche Zusammenhänge zwischen Zahnbelag und Atemwegsbeschwerden
Meine Patienten wissen, dass ich bei jeder Routinekontrolle empfehle, regelmäßig die Prophylaxesitzung wahrzunehmen. Hierbei kontrollieren wir das Zahnfleisch auf Entzündungen, geben Tipps für die häusliche Mundhygiene und entfernen alle Beläge professionell. Doch die Prophylaxe könnte mehr leisten als nur den Schutz Ihrer Zähne. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche möglichen Zusammenhänge zwischen schädlichem Zahnbelag und Atemproblemen in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert werden.
Was versteht man unter dem oralen Biofilm?
Doch was sind eigentlich diese Beläge? Wissenschaftler sprechen vom „Biofilm“ – einem lebenden, komplexen Ökosystem. Er besteht aus einem dichten Geflecht aus Bakterien und Strukturen, die das Zusammenleben dieser Mikroorganismen organisieren. Man könnte sich eine Metropole aus Bakterien vorstellen, inklusive Straßen, Wasserkanälen und sogar einem Kommunikationsnetzwerk. Je länger dieser Biofilm ungestört wachsen kann, desto ungünstiger könnte sich dies für den Menschen auswirken. Dies könnte nicht nur das Zahnfleisch, sondern möglicherweise auch andere Organe und Systeme des Körpers betreffen.
Mögliche Auswirkungen von Zahnfleischentzündungen auf die Allgemeingesundheit
Die wissenschaftliche Forschung zeigt zunehmend: Parodontitis könnte mehr als nur eine lokale Erkrankung sein. Immer mehr Kardiologen und Diabetologen empfehlen ihren Patienten, ihr Zahnfleisch behandeln zu lassen, da wissenschaftliche Studien mögliche Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Zahnfleischentzündungen untersuchen.1,2
Mögliche Zusammenhänge zwischen oralem Biofilm und Atemwegserkrankungen
Besonders interessant erscheinen die in der Literatur beschriebenen möglichen Zusammenhänge zwischen oralem Biofilm und Atemwegserkrankungen. Bakterien, die im oralen Biofilm vorkommen können, wurden in einzelnen Studien auch in der Lunge von Patienten nachgewiesen, die an Lungenentzündungen litten.3 Dies könnte insbesondere vulnerable Patientengruppen betreffen: Intensivpatienten mit Zahnfleischentzündung könnten laut einigen Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für eine nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Lungenentzündung aufweisen.4
Aber nicht nur diese Extremfälle werden in der Forschung diskutiert. Selbst bei Patienten, die häufiger mit Atemwegsbeschwerden zu kämpfen haben, könnte der orale Biofilm eine Rolle spielen. Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass bestimmte Bakterien, die bei Asthma, Bronchitis und COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) eine Rolle spielen könnten, auch im oralen Biofilm nachweisbar sein können.5 Diese Bakterien könnten sich nach Abklingen der Beschwerden möglicherweise in der Mundhöhle aufhalten.
Wie könnten Bakterien aus dem Mund in die Atemwege gelangen?
Der diskutierte Mechanismus: Die Bakterien könnten mit der Atemluft eingeatmet werden und sich im Atemtrakt verteilen – vom Rachen über den Kehlkopf, die Bronchien bis in die Lunge. Besonders nachts, wenn die Speichelproduktion reduziert ist und die natürliche Selbstreinigung der Mundhöhle eingeschränkt sein könnte, könnten Bakterien möglicherweise vermehrt aspiriert werden.
Prophylaxe: Ein möglicher Beitrag für Mund- und Allgemeingesundheit
Die positive Nachricht: Durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung und konsequente häusliche Mundhygiene lässt sich die Bakterienlast in der Mundhöhle reduzieren. Die Prophylaxesitzung könnte somit einen Beitrag für Ihre Mund- und möglicherweise auch für Ihre Allgemeingesundheit leisten.
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Aktuelle wissenschaftliche Studien untersuchen diese Zusammenhänge weiter – ein klarer kausaler Nachweis besteht derzeit noch nicht für alle beschriebenen Mechanismen. Prophylaxe ersetzt daher nicht die Diagnostik oder Behandlung von Atemwegserkrankungen durch Fachärzte, kann diese aber sinnvoll ergänzen.
Quellen
Sanz M, Marco Del Castillo A, Jepsen S, et al. Periodontitis and cardiovascular diseases: Consensus report. J Clin Periodontol. 2020;47(3):268-288.
Graziani F, Gennai S, Solini A, Petrini M. A systematic review and meta-analysis of epidemiologic observational evidence on the effect of periodontitis on diabetes An update of the EFP-AAP review. J Clin Periodontol. 2018;45(2):167-187.
Scannapieco FA, Bush RB, Paju S. Associations Between Periodontal Disease and Risk for Nosocomial Bacterial Pneumonia and Chronic Obstructive Pulmonary Disease. A Systematic Review. Ann Periodontol. 2003;8(1):54-69.
Azarpazhooh A, Leake JL. Systematic review of the association between respiratory diseases and oral health. J Periodontol. 2006;77(9):1465-1482.
Gomes-Filho IS, Passos JS, Seixas da Cruz S. Respiratory disease and the role of oral bacteria. J Oral Microbiol. 2010;2:10.3402/jom.v2i0.5811.
Dieser Beitrag wurde unter Nutzung von KI erstellt und von den jeweils zuständigen Fachleuten des Teams der Zahnarztpraxis Bertram inhaltlich kontrolliert und final freigegeben.