13.6 Tinnitus und Kiefergelenke – mögliche funktionelle Zusammenhänge
13.6 Tinnitus und Kiefergelenke – wenn das Ohr nicht allein beteiligt ist
Ein Pfeifen, Rauschen oder Summen im Ohr kann sehr belastend sein – vor allem dann, wenn sich keine eindeutige Ursache finden lässt. Viele Menschen mit Tinnitus erleben genau diese Situation. In der Fachliteratur wird deshalb auch diskutiert, ob funktionelle Aspekte des Kiefers bei einzelnen Betroffenen eine Rolle spielen könnten.
Das Kiefergelenk liegt anatomisch in unmittelbarer Nähe zu Strukturen des Ohres. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, ob mögliche funktionelle Auffälligkeiten im Kieferbereich bei manchen Menschen mit ohrbezogenen Symptomen in Zusammenhang stehen können. Wichtig dabei: Es handelt sich um mögliche, nicht zwingende Zusammenhänge – Tinnitus bleibt ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild.
Wann lohnt sich ein Blick auf den Kiefer?
In der Praxis gibt es bestimmte Beobachtungen, die Anlass geben können, das Kausystem funktionell mit zu betrachten. Dazu gehören unter anderem Situationen, in denen:
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sich Ohrgeräusche bei Kieferbewegungen verändern,
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zusätzlich Kieferbeschwerden oder Geräusche im Kiefergelenk auftreten,
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Nacken- oder Kopfschmerzen begleitend vorhanden sind,
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Stress sowohl Kieferbeschwerden als auch Ohrgeräusche verstärkt.
Diese Hinweise ersetzen keine Diagnose, können aber ein sinnvoller Ausgangspunkt für eine weiterführende funktionelle Abklärung sein.
Funktionelle Diagnostik in unserer Praxis
Um funktionelle Aspekte des Kausystems besser einschätzen zu können, setzen wir in unserer Praxis verschiedene diagnostische Verfahren ein. Dazu zählen unter anderem:
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Elektronische Funktionsanalyse (z. B. T-Scan)
zur Darstellung von Kontaktverhältnissen und Belastungsverteilungen beim Zusammenbiss -
Axiographie
zur Aufzeichnung von Bewegungsabläufen der Kiefergelenke und zur Analyse funktioneller Muster -
Digitale Abformung
zur Erstellung digitaler 3D-Modelle als Grundlage für weitere Planungsschritte
Diese Untersuchungen helfen dabei, funktionelle Auffälligkeiten sichtbar zu machen und einzuordnen. Ob sie im individuellen Fall in Zusammenhang mit ohrbezogenen Symptomen stehen, lässt sich nur persönlich und differenziert beurteilen.
Welche Rolle kann eine Funktionsschiene spielen?
Werden funktionelle Belastungen im Bereich des Kiefergelenks festgestellt, kann eine individuell angepasste Funktionsschiene in Betracht gezogen werden.
Die in unserem hauseigenen Labor gefertigte MAC-OS-Schiene ist darauf ausgerichtet, das Kausystem zu stabilisieren und muskuläre Überlastungen zu reduzieren.
Ob und in welchem Umfang sich dies auf Ohrgeräusche auswirkt, ist individuell unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Eine Besserung kann nicht vorhergesagt oder garantiert werden.
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss
Tinnitus hat viele mögliche Ursachen. Eine funktionelle Betrachtung des Kiefers kann einen ergänzenden Baustein darstellen, ersetzt jedoch keine fachärztliche Abklärung, insbesondere im HNO- oder neurologischen Bereich.
& weitere Hinweise
Diese Darstellung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung, Diagnose oder Therapieplanung. Medizinische Entscheidungen erfolgen ausschließlich nach persönlicher Untersuchung.
„Kieferharmonie-Therapie“ ist ein praxisinterner Begriff für eine funktionelle Schienentherapie. Der Behandlungserfolg kann individuell variieren.
Dieser Beitrag wurde unter Nutzung von KI erstellt und von den fachlich zuständigen Mitgliedern des Teams der Zahnarztpraxis Bertram inhaltlich geprüft und freigegeben.
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