(13.3) Bekannte Kieferbeschwerden im Überblick – und wie unsere Kieferharmonie-Therapie helfen kann
Mögliche Zusammenhänge zwischen Kieferfunktion und verschiedenen Beschwerdebildern
In den folgenden Artikeln dieser Reihe gehen wir auf unterschiedliche Beschwerden ein, bei denen funktionelle Aspekte des Kausystems in der Fachliteratur diskutiert werden. Dabei zeigen wir auf, welche Zusammenhänge beschrieben werden und welche Rolle eine funktionelle Schienentherapie in ausgewählten Fällen spielen kann.
Migräne und chronische Kopfschmerzen
Bei einigen Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzen oder Migräne werden im Rahmen der Diagnostik auch funktionelle Auffälligkeiten im Bereich des Kiefergelenks festgestellt.
Die Kieferharmonie-Therapie – eine praxisinterne Bezeichnung für eine funktionelle Schienentherapie – verfolgt hier das Ziel, das Kausystem zu stabilisieren und muskuläre Überlastungen zu reduzieren.
Eine individuell angepasste MAC-OS-Funktionsschiene kann dabei helfen, eine funktionell ausgeglichene Kieferposition zu unterstützen. Welche Auswirkungen dies im Einzelfall hat, ist individuell verschieden und von vielen Faktoren abhängig.
Tinnitus und Ohrgeräusche
Aufgrund der anatomischen Nähe von Kiefergelenk und Ohr werden mögliche funktionelle Zusammenhänge zwischen CMD und ohrbezogenen Symptomen in der Fachliteratur beschrieben.
Eine funktionelle Schienentherapie kann darauf abzielen, Belastungen im Kiefergelenksbereich zu reduzieren und das Zusammenspiel der beteiligten Strukturen zu harmonisieren. Ob und in welchem Umfang sich dies auf Ohrgeräusche auswirkt, ist individuell unterschiedlich.
Rücken- und Haltungsbeschwerden
Das Kausystem ist Teil komplexer muskulärer und faszialer Zusammenhänge. In diesem Kontext wird diskutiert, ob funktionelle Veränderungen im Kieferbereich mit Haltungsauffälligkeiten einhergehen können.
Eine Funktionsschiene kann dazu beitragen, das Kiefergelenk zu stabilisieren und muskuläre Spannungsmuster positiv zu beeinflussen. Eine Veränderung der Körperstatik kann dabei möglich, aber nicht vorhersehbar sein.
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
In einzelnen Fällen werden funktionelle Auffälligkeiten des Kiefergelenks auch im Zusammenhang mit Schwindelgefühlen betrachtet.
Eine funktionelle Schienentherapie kann darauf ausgerichtet sein, Reiz- und Spannungsmuster im Kieferbereich zu reduzieren. Ob dies einen Einfluss auf Gleichgewichtsempfindungen hat, ist individuell verschieden und bedarf stets einer interdisziplinären Abklärung.
Sehbeschwerden und Augenschmerzen
Verspannungen der Kaumuskulatur können mit umliegenden Strukturen in funktionellem Zusammenhang stehen. In der Fachliteratur werden daher vereinzelt mögliche Bezüge zwischen CMD und augennahen Beschwerden diskutiert.
Eine Schienentherapie kann darauf abzielen, muskuläre Entlastung zu fördern. Ob sich daraus Veränderungen im Bereich der Augen ergeben, ist nicht vorhersehbar und individuell unterschiedlich.
Nackenverspannungen
Zwischen Kiefer- und Nackenmuskulatur bestehen enge funktionelle Verbindungen.
Die Kieferharmonie-Therapie verfolgt hier das Ziel, muskuläre Überlastungen im Kausystem zu reduzieren, was sich in manchen Fällen auch auf benachbarte Muskelgruppen auswirken kann.
Schluckbeschwerden
Das Schlucken ist ein komplexer Vorgang, an dem zahlreiche Muskeln beteiligt sind. Funktionelle Auffälligkeiten im Kieferbereich werden daher gelegentlich auch im Zusammenhang mit Schluckbeschwerden betrachtet.
Eine Schienentherapie kann dazu beitragen, funktionelle Abläufe im Kausystem zu stabilisieren. Ob dies Auswirkungen auf das Schluckempfinden hat, ist individuell unterschiedlich.
Schulterschmerzen
Über muskuläre und fasziale Ketten können funktionelle Spannungen im Kieferbereich auch in weiter entfernten Regionen wahrgenommen werden.
Eine Funktionsschiene kann helfen, Spannungsmuster im Kausystem zu reduzieren, was sich in einzelnen Fällen auch auf andere Körperbereiche auswirken kann.
Weiterführende Literatur (wissenschaftlicher Hintergrund)
Wissenschaftliche Quellen und Literaturverweise zum Weiterlesen
CMD und Kopfschmerzen/Migräne:
Goncalves DA, et al. (2011). „Symptoms of temporomandibular disorders in the population: an epidemiological study.“ J Orofac Pain, 25(3):190-8.
Schiffman E, et al. (2014). „Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (DC/TMD).“ J Oral Facial Pain Headache, 28(1):6-27.
Graff-Radford SB. (2007). „Temporomandibular disorders and headache.“ Dent Clin North Am, 51(1):129-44.
Tinnitus und Kiefergelenk:
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Tullberg M, Ernberg M. (2006). „Long-term effect on tinnitus by treatment of temporomandibular disorders.“ Acta Odontol Scand, 64(2):89-96.
CMD und Körperhaltung/Rückenschmerzen:
Manfredini D, et al. (2012). „Epidemiology of bruxism in adults.“ J Orofac Pain, 27(2):99-110.
Nota A, et al. (2017). „Postural stability in subjects with temporomandibular disorders and healthy controls.“ Acta Otorhinolaryngol Ital, 37(5):429-434.
CMD und vestibuläre Symptome/Schwindel:
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Allgemeine CMD-Epidemiologie:
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Suvinen TI, et al. (2005). „Review of clinical EMG studies related to muscle and occlusal factors in healthy and TMD subjects.“ J Oral Rehabil, 32(11):771-7.
Funktionsschienen-Therapie:
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Fricton J. (2006). „Current evidence providing clarity in management of temporomandibular disorders.“ J Evid Based Dent Pract, 6(1):48-52.
Hinweis zur wissenschaftlichen Evidenz:
Die wissenschaftliche Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen CMD und verschiedenen Symptomen variiert je nach Beschwerdebild. Während einige Zusammenhänge (z.B. CMD und Kopfschmerzen) gut dokumentiert sind, gibt es bei anderen Symptomen noch weiteren Forschungsbedarf. Die individuellen Behandlungsergebnisse können erheblich variieren.
Weitere Hinweise
Wichtige Hinweise
Diese Darstellung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung, Diagnose oder Therapieplanung. Medizinische Entscheidungen erfolgen ausschließlich nach persönlicher Untersuchung.
„Kieferharmonie-Therapie“ ist ein Praxisbegriff für eine funktionelle Schienentherapie. Der Behandlungserfolg kann individuell variieren.
Die wissenschaftliche Evidenz zu einzelnen Zusammenhängen variiert je nach Beschwerdebild. Ob und in welchem Ausmaß eine Besserung eintritt, ist individuell unterschiedlich.
Dieser Beitrag wurde unter Nutzung von KI erstellt und von den jeweils zuständigen Fachleuten des Teams der Zahnarztpraxis Bertram inhaltlich kontrolliert und final freigegeben.
(Anm. d. Verf.: Komplett verspannt Informationen über Verspannungen zu konzipieren, hat seine eigene Ironie. Wenn es Euch geht wie mir, haben wir vielleicht eine Lösung. 😉 )